Montag, 28. Mai 2018

Gastrezension von meinem Papa zu "Unterleuten"


Autor: Juli Zeh
Verlag: btb
Verlagswebsite: Random House
Seitenzahl: 635
ISBN: 978-3-442-71573-2
Preis: 12,00 Euro


Inhalt

Wer nur mit einem flüchtigen Blick auf das Dorf in Brandenburg wirft, ist bezaubert von den altertümlichen Namen der Nachbargemeinden, von den schrulligen Originalen, die den Ort nach der Wende prägen, von der unberührten Natur mit den seltenen Vogelarten.
Doch hinter den Fassaden der kleinen Häuser brechen alte Streitigkeiten wieder auf.
Und obwohl niemand etwas Böses will, geschieht Schreckliches.


Seine Meinung

Chapeau! "Unterleuten" ist nicht nur ein bemerkenswertes Buch; es ist ein Appell für Respekt, Toleranz und Empathie.
Juli Zeh gelingt es meisterhaft die Zerrissenheit der deutschen Gesellschaft zu porträtieren, ohne dabei in billige Sterotype abzugleiten. Ganz im Gegenteil - sie bietet einen individuellen, zu Teilen feinfühligen Einblick in die Seele der Protagonisten.
Die Brandenburger Einöde ist dabei der ideale Ort all den Widersprüchen unserer Gesellschaft einen Raum und letztlich ein Schlachtfeld zu geben. Hier trifft West auf Ost, Jung auf Alt, Verbohrt auf Idealistisch, digital auf analog, Liebe auf Hass und am Ende Glück auf Drama.
All diese Gegensätze in eine ländlicher Idylle zu transportieren, scheint bereits der erste Widerspruch zu sein.
Juli Zeh versetzt den Leser in die individuelle Sichtweise der Akteuere.
Bei jedem Einblick in die Gedankenwelt wird erstaunlicherweise aus der jeweiligen individuellen Sicht klar und nachvollziehbar, warm sie so handeln; in der Summe der Individuen fehlt aber letztlich der Gemeinschaftsgeist - der perfekte Boden für ein Drama ...

Der Schreibstil ist locker, frei von überflüssigen intellektuellen "Sprech" und damit wenig anstrengend; das Cover ist schlicht, aber irgendwie für den Ort und die Akteure passend.



Fazit

Sehr empfehlenswert, es könnte sicher nicht schaden, solche Bücher im Schulunterricht einzubinden.

5 von 5 verdiente Sterne!

Vielen lieben Dank an den btb Verlag, der mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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