Donnerstag, 28. November 2019

Rezension zu "Mein Bruder und ich und das ganze Universum "


Autor: Katya Balen
Verlag: Carlsen
Verlagswebsite: Carlsen Verlag
Seitenzahl: 208
ISBN: 978-3-551-55761-2
Preis: 13,00 Euro


Inhalt

Unser Atem macht milchige Wolken in der kalten Luft und wir blasen die Backen auf und pusten Rauchfontänen aus, weil Max das lustig findet, und dann haucht er selber in die Luft und versucht, die Nebel einzufangen. Dann hält er Ahmed und Jamie seine Hände hin und ich brenne wieder vor Scham, weil nur Babys sich an den Händen halten, aber die beiden nehmen sie einfach und plötzlich ist alles ganz leicht.
Wir stolpern in einer Kette von Armen und einem Wirrwarr von Beinen den Hang hinunter und in mir explodiert ein strahlendes, unmögliches Glücksgefühl, nur für den Bruchteil einer Sekunde. 




Meine Meinung

Das Buch umfasst wirklich ein sehr spannendes und vor allem auch interessantes Thema. Es geht um Frank, dessen Bruder an Autismus leidet. So passiert es, dass er manchmal um sich schlägt oder auch Dinge kaputt macht.
Das Buch wird aus der Sicht von Frank geschrieben, der allerdings selber noch ein Kind ist. Und dadurch, versteht er auch manchmal mit, warum sein Bruder Max mehr Aufmerksamkeit bekommt als er.
Es gibt ja viele unterschiedliche Formen von Autismus, aber bei Max ist es wirklich so, dass er nicht sprechen kann und sich nur anhand von Karten bemerkbar machen kann.
Man spürt beim Lesen praktisch den Schmerz des kleinen Frank, da er seinen Bruder zwar liebt aber er manchmal mit diesen Anfällen nicht ganz klar kommt.
Der Schreibstil war sehr angenehm und auch leicht. Dadurch, dass das Buch aus der Sicht eines Zehnjährigen geschrieben wurde, erlebt man die Geschichte auch ganz anders, als es bei einem Erwachsenen der Fall wäre. Kinder können ja schonungslos ehrlich sein. Und so ist es auch bei Frank, der die Krankheit seines Bruders so zu verarbeiten scheint.
Er wünscht sich teilweise auch die nötige Aufmerksamkeit oder dass er einmal in den Arm genommen wird. Allerdings sind auch seine Eltern manchmal mit der Situation überfordert.
Als Max dann in eine Spezialschule kommt, scheint sich einiges zu ändern, aber was, das müsst ihr natürlich selbst herausfinden.
Man merkt beim Lesen, dass sich Frank unglaublich entwickelt und mit seinen zarten 10 Jahren, schon teilweise wie ein Erwachsner reagiert.
Mir tat das manchmal total weh, wenn er von anderen Kindern wegen seines Bruders geärgert wurde. Klar, die Situation ist für alle nicht einfach.
Max ist fünf Jahre alt, fährt noch in einem Buggy und guckt sich leidenschaftlich gern einen Babykatalog an. Frank macht es traurig seinen Bruder so zu sehen, aber er steht dennoch zu ihm.
Also diese Geschichte ist wirklich ein Hoch und Runter der Gefühle. Es gibt viele glückliche Momente, aber natürlich auch Momente, die sehr dunkel und traurig sind.
Gerade zum Ende hin nimmt die Geschichte nochmal eine Wendung, die man so niemals erwartet hatte. Absolut berührend und bewegend.



Fazit

Ein sehr emotionales Buch, welches aus der Sicht eines Kindes geschrieben wurde. Sehr berührend und bewegende Geschichte!
4 von 5 Sterne!

Vielen lieben Dank an den Carlsen Verlag, der mir das Buch als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt hat.

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